Mein erster Marktstand: Ostern 2026 im Dorf meiner Eltern
Ein kleiner Tisch, ein Stuhl, eine geliehene Tischdecke von meiner Mutter – so unspektakulär hat er angefangen, mein allererster Marktstand. Es war zu Ostern 2026, im Dorf meiner Eltern, beim Osterevent der Gemeinde. Mein Plätzchen war in einem kleinen Raum in der ersten Etage. Ich hatte dort nur eine kleine Ecke zur Verfügung, da in diesem Raum zusätzlich das Bastelangebot stattfand.
Der Raum war also ziemlich eng und durch das Basteln waren ständig viele Leute darin unterwegs. Nach draußen konnte man von dort aus nicht direkt – das Event als Ganzes fand aber sowohl in den Räumen der Gemeinde als auch draußen auf dem Grundstück statt.
Ich habe sehr spontan entschieden, dass ich dort meinen ersten Marktstand betreiben möchte. Ich dachte mir: Irgendwann muss das erste Mal sein. Also habe ich meinen ganzen Mut gepackt und es ging los.
Mit dabei hatte ich: viel zu wenige Comfort Beans, meine Osterseifen (die zu dem Zeitpunkt, ich muss es zugeben, noch gar nicht ordentlich angemeldet waren – ich wusste es damals einfach noch nicht besser), drei Kuscheltiere und ein paar Notizsachen, Blöcke und kleine Bücher und ein paar einzelne Kerzen. Mehr Produkte hatte ich durch die spontane Entscheidung nicht, und ehrlich gesagt hätte ich in dem Moment auch gar nicht gewusst, wohin mit mehr.
Der Aufbau allein hat mich schon komplett fertig gemacht. Ich war so aufgeregt, dass ich richtig rot angelaufen bin. Die ersten Kunden kommen auch immer während man noch gestresst im Standaufbau ist. Und dann stand ich da, in meiner kleinen Ecke, und wurde ab und zu gefragt, ob ich mir nicht einen Stuhl holen möchte. Wollte ich aber nicht. Ich wollte mich nicht hinter meinem eigenen Stand verstecken. Marktständler, die hinter ihren Ständen sitzen und aufs Handy schauen, fand ich schon immer unsympathisch – das vermittelt doch überhaupt nicht das Gefühl, dass man das gerne macht. Und genau das wollte ich besser machen: präsent sein, sichtbar sein, auch wenn mir dabei die Knie ein bisschen weich wurden und am Abend die Füße schmerzten.
Rufen konnte ich die Leute nicht zu mir. Ich war sehr recht unsicher und habe mich lieber freundlich gezeigt und bin etwas zurückhaltend gewesen. Meine Mama hat mich dann tatkräftig und wortgewandt unterstützt. Sie hat quasi den Marktschreier für mich gemacht – sie hat das Basteln angeleitet und gleichzeitig Kundschaft angelockt und meine Produkte angepriesen, als wäre das ihr Job. Sie hatte überhaupt keine Scheu, und ich habe ihr dabei ziemlich viel abgeschaut. Ohne sie wäre der Tag ganz anders gelaufen.
Am Ende war es dann richtig gut. Besonders die Seifen kamen an, vor allem bei den Frauen, Omas und Mamas. Und meine Comfort Beans waren so schnell weg, dass ich mitten im Fest nachhäkeln musste – ich glaube, ich hatte fünf dabei und habe dann noch acht weitere fertiggestellt, auch wenn ich mir bei der genauen Zahl nicht mehr ganz sicher bin.
Zwei Momente sind mir besonders in Erinnerung geblieben. Ein Junge hatte sich in meinen Drachen verliebt und seine Mutter gefragt, ob er ihn haben kann. Sie meinte nur: "Näh, das ist zu teuer und das kann ich dir auch selber machen." Aua. Meine allererste unschöne Rückmeldung – aber auch eine wichtige Lektion, dass es sowas geben wird und ich damit umgehen muss.
Eine Stunde später kam derselbe Junge alleine zurück. Er zog einen in Küchenrolle eingewickelten Stein aus der Tasche und sagte: "Ich habe hier einen ganz wertvollen Stein gefunden, ich wünschte, ich könnte den gegen den Drachen eintauschen." Das war so süß, dass es mir fast das Herz gebrochen hat, dass ich aus geschäftlicher Sicht nicht darauf eingehen konnte.
Im Rückblick war es ein richtig guter Start – gerade weil ich das im Dorf meiner Eltern gemacht habe, wo ich durch meine frühere Arbeit schon einige Leute kannte. Das hat mir eine gewisse Sicherheit gegeben, auch wenn ich innerlich am Rotieren war: so viele liebe, bekannte Gesichter um mich herum, die mich angefeuert haben und sich ehrlich gefreut haben zu sehen, was ich mache. Ein schönerer erster Marktstand hätte ich mir kaum wünschen können.
Danke an meine lieben ersten Marktkunden und besonders an meine Mama und ihre offene Art, die mir gezeigt hat, wie toll meine Produkte sind und wie ich das an Kunden vermitteln kann.